Eine Burg aus Stein mit zwei Türmen, umgeben von Bäumen und Bergen unter einem strahlend blauen Himmel.

Spannende Austauschformate zur Tourismus-Zukunft

Castlecamp, CTA und neue Studie zur Sichtbarkeit in KI-Systemen

Alte Mauern, frische Ideen: Vom 4. bis 6. September 2026 ist es wieder so weit. Die historische Burg Kaprun wird bereits zum 15. Mal zum Epizentrum der alpinen E-Tourismus-Szene. Das Castlecamp (#cczk26) lädt ein – und wer die Branche aktiv mitgestalten will, sollte sich dieses Barcamp nicht entgehen lassen. Ein Thema, das sicherlich zur Sprache kommen wird, ist die Verbesserung der Sichtbarkeit von Betrieben in KI-Suchsystemen. Hierzu gibt es eine aktuelle Studie mit konkreten Empfehlungen, die nachstehend für alle Interessierten zusammengefasst wurde.

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Vorfreude auf das Castlecamp 2026

Wer das Castlecamp kennt, weiß: Frontalbeschallung und starre Agenden sucht man hier vergebens. Stattdessen lebt das Event vom Barcamp-Prinzip – die Teilnehmer*innen (die sogenannten „Teilgeber*innen“) machen das Programm. Echte Veränderung und Innovation entstehen durch Dialog auf Augenhöhe und offene Diskussionen. 

Was steht auf der (Un-)Agenda?

Das Programm entsteht direkt vor Ort. Sowohl am Samstag als auch am Sonntag startet der Tag um 9:00 Uhr mit der gemeinsamen Sessionplanung. Jeder darf und soll Themen einbringen, Herausforderungen teilen und Best Practices diskutieren. 

Erfahrungsgemäß werden gerade jene Themen den Ton angeben, die die Branche aktuell intensiv beschäftigen: 

  • Künstliche Intelligenz & Data Driven Tourism: Wie nutzen wir neue Technologien für eine bessere Gästeansprache und effizientere Prozesse? 
  • Nachhaltigkeit & Ressourcenschonung: Der beim Castlecamp eingeschlagene Weg, etwa auf Einweg-Plastik zu verzichten und lokale Produkte zu forcieren, spiegelt die wachsende Bedeutung des ökologischen Fußabdrucks im Tourismus wider. 
  • Neue Marketing-Strategien: Aktueller Austausch über E-Marketingmethoden, digitale Sichtbarkeit und Content-Kreation.

Sei dabei!

Das Castlecamp ist wie immer kostenlos (aber ganz sicher nicht umsonst) und lebt vom Engagement der Community. Es ist die perfekte Gelegenheit, gleichgesinnte Touristiker*innen zu treffen, Probleme gemeinsam zu lösen und zukunftsweisende Projekte anzustoßen. 

Hier geht´s zur Anmeldung!

Das Publikum sitzt in Reihen und auf Sitzsäcken und blickt auf einen Redner in einem rustikalen Raum mit Steinwänden.
Die Teilgeber*innen machen beim Castlecamp das Programm. © Anna Meurer

Branchen-Plattform: Change Tourism Austria

Ein weiteres branchenweites Netzwerk- und Austauschformat für die österreichische Tourismus- und Freizeitwirtschaft stellt das Change Tourism Austria (CTA) dar. Dabei handelt es sich um eine zentrale Innovations- und Zukunftsinitiative der Österreich Werbung (ÖW), die im Frühjahr 2024 ins Leben gerufen wurde.

Die Kernziele von CTA:

  • Wissenstransfer & Vernetzung: Die Plattform bringt Touristiker*innen, Innovatoren und Branchen-Expert*innen zusammen. Sie unterstützt den Austausch zu Praxisbeispielen, neuen Ideen und lädt zum gemeinsamen Entwickeln ein.  
  • Fokus auf Megatrends: Im Zentrum stehen Themen wie Digitalisierung, der Einsatz von KI im Arbeitsalltag (z. B. durch praxisnahe Challenges oder Webinare), Datenkompetenz (CTA Data Bites) sowie nachhaltige Entwicklungen und Partizipation.  
  • Praxisrelevanz: Neben theoretischen Impulsen bietet CTA konkrete Werkzeuge – von Formaten zur Bürger- und Nutzerbeteiligung (Bottom-up, Crowdsourcing) bis hin zu Anleitungen für den Alltag im Betrieb. 

Wen will CTA erreichen?

Das Ziel ist es, Communities zu professionalisieren und den digitalen Austausch zu fördern. CTA richtet sich an: 

  • Landestourismusorganisationen (LTOs)
  • Destinationsmanagementorganisationen (DMOs)
  • Tourismusverbände (TVBs)
  • Hochschulen und Universitäten
  • Forschungseinrichtungen
  • Fachleute aus dem Tourismusökosystem
  • Innovationsaffine Betriebe und Start-ups

Kurz gesagt: Change Tourism Austria versteht sich als Sprungbrett und Mitmach-Community, um den österreichischen Tourismus nachhaltig, digital und zukunftsfähig aufzustellen. 

Neue Studie: Sichtbarkeit von Hotels in KI-Suchsystemen

Ein Thema, das bei diesen Plattformen sicherlich zur Sprache kommen wird, ist die Frage, wie sich die Sichtbarkeit in KI-Systemen (wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity) verbessern lässt. Bei einer aktuellen Studie zur Sichtbarkeit von über 500 DACH-Hotels in KI-Suchsystemen, deren Ergebnisse im Standard diskutiert wurden, wurden österreichische Hotels beispielsweise nur selten genannt.

Eine zentrale Empfehlung an Einzelhotels lautet, von einer allgemeinen Vermarktung zu einer gezielten thematischen Besetzung überzugehen. Um die Inhalte der eigenen Website so zu gestalten, dass sie von KI-Systemen wie ChatGPT oder Gemini bevorzugt und als Empfehlung zitiert werden, muss der Fokus zudem von klassischem Marketing-Sprech hin zu faktengestützten, präzisen Informationen verschoben werden. Da der KI-Empfehlungsraum derzeit noch weitgehend unbesetzt ist, haben Hotels, die jetzt handeln, einen massiven Wettbewerbsvorteil.

Hier sind die konkreten Schritte für „antwortfähige“ Inhalte laut der vorliegenden Studie:

  • Spezialisierung statt Gießkannenprinzip: KI-Systeme empfehlen Hotels entlang von Themen, nicht allein nach Sternekategorien. Ein Hotel, das ein klares Themenprofil besetzt, wird eher empfohlen als ein Haus, das versucht, für jeden Gast alles gleichzeitig zu sein. Versuchen Sie daher nicht, alles für jeden anzubieten, sondern besetzen Sie stattdessen Themen wie Barrierefreiheit, Kulinarik, Bergsport oder spezielle Familienangebote. Ein klar besetztes Thema schlägt ein diffuses Werbeversprechen deutlich.
  • Informationstiefe in Nischen: Nutzen Sie die Chance, in Nischenthemen sichtbar zu werden, indem Sie dort besonders detaillierte Informationen bereitstellen. Da viele Einzelhotels in der Breite der Themen schwächer aufgestellt sind als Ketten, ist die Tiefe in einem spezialisierten Thema Ihr größter Hebel.
  • Strukturierung für die KI: Damit eine KI Informationen als Grundlage für ihre Empfehlungen nutzen kann, müssen diese leicht auffindbar und „zitierfähig“ sein. Strukturieren Sie Ihre Inhalte so, dass die Kernfakten zu einem Thema (z. B. Ausstattung für Radsportler) klar hervorgehoben werden.
  • Fakten statt Adjektive: KI-Systeme bevorzugen Inhalte, die klare Fakten und überprüfbare Aussagen liefern. Blumige Werbetexte mit vielen Adjektiven (z. B. „unser traumhaftes Wellness-Paradies“) werden oft ignoriert. Ersetzen Sie diese durch präzise, überprüfbare Aussagen (z. B. „Wellnessbereich auf 2.000 m² mit fünf verschiedenen Saunen und einem beheizten Außenpool“). Was die KI nicht eindeutig zitieren kann, existiert für sie faktisch nicht.
  • Beantwortung konkreter Gästefragen: Überlegen Sie, welche spezifische Fragen potenzielle Gäste stellen (z. B. „Welche Hotels in den Alpen eignen sich für eine Woche Skiurlaub mit zwei Kindern und Wellness?“ oder „Gibt es barrierefreie Zimmer mit Bergblick?“). Ihre Website sollte diese Fragen direkt und präzise beantworten, damit die KI diese Informationen als Grundlage für ihre Empfehlungen zitieren kann.
  • Aufbau externer Signale (Autorität): Dies ist der wichtigste Hebel. Die KI leitet Autorität nicht nur von der eigenen Website ab, sondern vor allem aus Erwähnungen, Verlinkungen und Nennungen in Fachmedien, Portalen, Verzeichnissen und der regionalen Berichterstattung. Einzelhotels müssen diese Signale gezielt aufbauen, um den strukturellen Vorteil der Ketten auszugleichen.
  • Kontinuierliche Messung: Da sich KI-Antworten laufend verändern, ist Sichtbarkeit ein Prozess und kein statischer Zustand. Hotels sollten ihre KI-Sichtbarkeit regelmäßig messen, um zu verstehen, bei welchen Themen sie bereits erscheinen und wo noch Lücken bestehen.

Zusammenfassend bedeutet „antwortfähig“ zu sein, dass die eigene Website nicht mehr nur als digitale Broschüre fungiert, sondern als verlässliche Datenquelle, aus der eine KI die notwendigen Informationen extrahieren kann, um eine begründete Empfehlung auszusprechen. Da Prestige und Bekanntheit einer Destination allein keinen Schutz vor KI-Unsichtbarkeit bieten, müssen Hotels aktiv daran arbeiten, durch relevante Inhalte und externe Autoritätssignale für die Algorithmen „empfehlenswert“ zu werden.

Bildnachweis Titelbild: © Burgverein Kaprun


12. August 2026

Kontakt

Mag. (FH) Rainer Edlinger
Mag. (FH) Rainer Edlinger
SalzburgerLand Tourismus GmbH
Telefon: +43 662 6688-39
r.edlinger@salzburgerland.com
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Rainer Edlinger ist seit 2010 bei der SalzburgerLand Tourismus GmbH beschäftigt. Zu seinen Aufgaben zählen die Leitung des Online-Marketings und digitale Projekte. Er arbeitete an verschiedenen innovativen Projekten, unter anderem an der Entwicklung eines touristischen Knowledge Graphs, für den die SalzburgerLand Tourismus GmbH 2019 mit dem Staatspreis für Digitalisierung ausgezeichnet wurde. Edlinger ist auch Vorsitzender des Betriebsrates und vertritt in dieser Funktion die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Aufsichtsrat. 2008 gründete Rainer Edlinger mit Gleichgesinnten auf der Burg Kaprun das Castlecamp, das erste touristische Barcamp Österreichs. Seither findet diese Wissensplattform jährlich im September statt. Die Gründung des Castlecamps spiegelt Edlingers Engagement für den Tourismus und die digitale Welt wider. Es bietet eine Plattform für den Austausch von Wissen und Erfahrungen, fördert Innovationen und unterstützt die Entwicklung des Tourismussektors.