Recap: Live-ERFA Online Marketing x Digitale Projekte
Amadeus Voicebot, internes KI-Tool Rupert, Deep Dive Automatisierung
Am 10. September 2026 fand in der SLT-Zentrale in Hallwang ein Live-ERFA der Teams Digitale Projekte und Online-Marketing statt. Im Fokus stand ein Deep Dive zum Thema Automatisierung. Mithilfe eines KI-Tools wurde gemeinsam eine konkrete Automatisierung entwickelt und getestet. Ergänzend wurden zwei aktuelle KI-Projekte der SLTG vorgestellt: den Amadeus Voicebot und das KI-Tool Rupert.
Amadeus Voicebot
Seit Mitte August 2026 ist der neue Amadeus Voicebot live. Damit ist die SLTG auch außerhalb der Öffnungszeiten der Infostelle telefonisch für Gäste und Partner erreichbar. Um Antworten auf die gestellten Fragen zu geben, greift der Voicebot auf denselben Wissensbestand wie der AI-Concierge (bereits bekannt von der SLTG-Website und WhatsApp) zurück, darunter fallen Webinhalte, FAQs und interne Informationen. Bevor das Gespräch startet, werden die Anrufer*innen um ihre Zustimmung gebeten. Erst mit der Taste „1“ gelangt man zu Amadeus. Bei Bedarf, z. B. an einem Feiertag, lässt sich der Voicebot auch manuell aktivieren.
Wie sich das Ganze in der Praxis anhört? Probiert es einfach selbst aus und ruft außerhalb der Öffnungszeiten (Mo bis Do 08:00 – 17:30 Uhr, Fr 08.00 – 17:00, Sa & So geschlossen) bei der Info-Hotline an: 0662 668842
Internes KI-Tool Rupert
Ein weiterer neuer KI-„Kollege“ ist Rupert, der das SLTG-Team im administrativen Arbeitsalltag unter die Arme greift. Er ist über Webchat oder Microsoft Teams erreichbar. Anders als ChatGPT, Gemini & Co. kennt Rupert die internen Tools, merkt sich Entscheidungen und Projektstände und läuft auf einem eigenen Server.
Unsere Daten bleiben also bei uns, und was Rupert können soll, entscheiden wir selbst.
Schon jetzt legt er Confluence-Seiten und Jira-Tickets an, verwaltet Termine, schreibt Mail-Entwürfe (senden darf er bewusst nicht), liest freigegebene SharePoint-Bereiche und erstellt als Meeting-Bot Protokolle in Teams. Als Nächstes stehen eine HubSpot-Anbindung und erweiterte SharePoint-Rechte am Plan.
Deep Dive Automatisierung: Hands-on statt Theorie
Der Fokus des ERFAs war die Live-Erstellung einer Automatisierung, Prompt für Prompt und mit kurzen Erklärungen zu den Grundlagen des Vibecodings.
Das Ziel: Gemeinsam einen konkreten Case umsetzen und dabei so viel mitnehmen, dass man danach auch selbst loslegen kann.
Zur Auswahl standen drei Cases: ein interaktives Reporting mit PDF-Download, ein automatisch aufgeräumter Ordner und ein kuratierter Newsfeed. Die Wahl fiel auf den Newsfeed, der relevante Nachrichten zu bestimmten Themen, Branchen oder Regionen bündelt und so die manuelle Recherche im Alltag erspart.
Grundlage des Newsfeeds sind öffentliche Google-News-RSS-Feeds im XML-Format. Darauf aufbauend haben wir gemeinsam ein Python-Script erstellt, das die Meldungen anhand von Keywords filtert, die sich jederzeit erweitern lassen. Damit nichts doppelt auftaucht, prüft das Script ähnliche Artikel über einen anpassbaren Similarity Score. So entscheidet man selbst, ob der Feed eher schlank oder umfangreich ausfällt. Damit das Ganze von allein läuft, haben wir eine .bat-Datei erstellt und über die Windows-Aufgabenplanung zeitgesteuert eingerichtet. Das Ergebnis landet in einer .txt-Datei und wird zusätzlich in einer einfachen Oberfläche angezeigt.
Mehr als ein KI-Tool (idealerweise ein Desktop-Agent wie Claude Code/Cowork oder Antigravity, alternativ ChatGPT oder Google AI Studio im Browser) und eine lokale Python-Installation brauchte es dafür nicht.

Gut zu wissen
Während der Newsfeed Prompt für Prompt entstanden ist, gab es zwischendurch ein paar Grundlagen, die bei jeder Automatisierung hilfreich sind:
- Wann automatisieren? Bei wiederkehrenden, regelbasierten und fehleranfälligen Aufgaben, die es bereits gibt. Erst das Problem definieren, dann automatisieren. Einzelfälle und schlechte Prozesse eignen sich nicht.
- KI oder Script? Scripts sind schnell, verlässlich und nach der Erstellung kostenlos, ideal für Zahlen und gleichbleibende Abläufe. KI ist flexibler und stark bei Texten, kann aber plausibel klingende Fehler machen. Meist ist die Kombi am besten.
- Vorwissen: Programmieren muss niemand können. Wichtig ist, den eigenen Prozess Schritt für Schritt erklären zu können, Ergebnisse stichprobenartig zu prüfen und Fehlermeldungen an die KI zurückzugeben.
- Das sollte man von der KI verlangen: einen Trockenlauf vor Änderungen, eine Liste für Unklares, Schutz vor doppelter Ausführung, ein Protokoll je Durchlauf und eine Kurzanleitung
- Config-Dateien: Alle veränderbaren Einstellungen gehören in eine eigene Datei. So lässt sich das Script anpassen, ohne den Code anzufassen. Das muss man aktiv von der KI einfordern.
Unser Fazit
Das ERFA hat neue Impulse für den Einsatz von KI und Automatisierungen im Arbeitsalltag geliefert. Der Deep Dive zeigt, was heute mit überschaubarem Aufwand möglich ist, ganz ohne Programmier-Kenntnisse. Am wichtigsten dabei ist es, sich bewusst Zeit für solche Experimente zu nehmen und einfach einmal loszulegen.
Save the Date: Digi-ERFA (online)
Das nächste Digi-ERFA findet am Dienstag, 3. November 2026, von 9:00 bis 12:00 Uhr online via Microsoft Teams statt. Meldet euch gerne beim DIGI-Team, um den Teilnahme-Link zu erhalten!